Gute Nachbarschaft im Wohnverbund

IB, Landkreis Märkisch-Oderland, Stadt Seelow und Sewoba ziehen nach einem Jahr Bilanz


Foto: IB Berlin-Brandenburg / Anja Meyer

Seelow - Im Oktober 2018 zogen die ersten geflüchteten Familien in den Seelower Wohnverbund ein, der vom Internationalen Bund (IB) betreut wird. Nun, ein Jahr danach, ziehen der Landkreis, die Kreisstadt, die Wohnungsbaugesellschaft Sewoba und der soziale Träger Bilanz, wie die Integration der neuen Bewohnenden in das Wohnumfeld am Seelower Stadion gelungen ist.

"Wir sind mit der Entwicklung des Wohnverbunds sehr zufrieden. Unsere Familien haben sich gut eingelebt und sind glücklich, in einer Wohnung mehr Privatsphäre für sich und vor allem ihre Kinder zu haben", berichtet Eva-Maria Henckel, Bereichsleiterin der Flüchtlingshilfe beim IB Berlin-Brandenburg im Landkreis Märkisch-Oderland. Nachdem im Oktober 2018 zunächst drei Familien aus den Flüchtlingsunterkünften Müncheberg und Neuhardenberg umziehen konnten, ist der Wohnverbund Am Stadion in Seelow mittlerweile komplett belegt. In den 22 Wohnungen, die von der Sewoba bereitgestellt wurden, leben nun 101 Menschen, davon 61 Kinder. Der Großteil der Menschen stammt aus Syrien, Afghanistan, Somalia und der Russischen Föderation. Insgesamt sind im Wohnverbund zwölf Nationalitäten vertreten.

Die dezentrale Unterbringung von geflüchteten Familien ohne Aufenthaltsstatus, jedoch mit guter Bleibeperspektive wurde 2018 vom Landkreis Märkisch-Oderland in Kooperation mit der Stadt der Seelow beschlossen; an der öffentlichen Ausschreibung hatte sich die IB Berlin-Brandenburg gGmbH beteiligt und den Zuschlag erhalten. Landrat Gernot Schmidt resümiert: „Wir haben mit dem Wohnverbund in Seelow einen Ort geschaffen, an dem Menschen mit Asylbezug ankommen können, sich orientieren und ihr Leben nach den Erfahrungen der Flucht in neue Bahnen lenken können. Der IB als Träger der Einrichtung ist hierbei ein erfahrener und verlässlicher Partner.“

Zu den Aufgaben, die der IB übernommen hat, gehören in erster Linie die Beratung und Begleitung der Familien durch festangestellte Sozialarbeiter*innen. Ihre Büroräume sind vor Ort, in einem der Wohnblöcke am Stadion untergebracht, so dass sich die Bewohnenden bei Fragen oder Problemen jederzeit an einen Mitarbeitenden des IB wenden können. "Wir sind aber nicht nur Ansprechpartner für die von uns betreuten Familien", erklärt Eva-Maria Henckel. "Auch die anderen Mieterinnen und Mieter kommen auf uns zu und sind dankbar, dass unsere Sozialarbeiter*innen bei Fragen ein offenes Ohr haben." Damit auch außerhalb der regulären Sprechzeiten der IB-Mitarbeitenden immer jemand vor Ort ist, wurde ein Wachdienst beauftragt. Dieser ist täglich von 19 Uhr abends bis 7 Uhr morgens im Einsatz und stellt im Notfall die Sicherheit aller Bewohnenden und Mieter sicher.

Vor allem durch die Begleitung der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter des IB ist die Integration der geflüchteten Familien in das neue Wohnumfeld und die Nachbarschaft gut und reibungslos gelungen. Dies bestätigt auch der Bürgermeister der Stadt Seelow, Jörg Schröder. Für ihn sei dennoch wichtig, "mit den Mietern und Nachbarn im Gespräch zu bleiben". Laut den Erfahrungen der Sozialarbeiter*innen des IB haben sich in den vergangenen Monaten bereits erste Kontakte und eine Form der Nachbarschaftshilfe zwischen den geflüchteten Familien und den Mieter*innen entwickelt, die in beide Richtungen funktioniert.

Zu lösen ist jetzt noch die regelmäßige Betreuung der Kinder. Durch den Mangel an Kitaplätzen in der Stadt müssen Klein- und Vorschulkinder den Tag bisher zu Hause verbringen. Auch ein Spielplatz steht am Stadion bislang nicht zur Verfügung. Eine Situation, der Jörg Schröder jedoch positiv entgegen sieht: "Wir planen eine Eltern-Kind-Gruppe in Zusammenarbeit mit der Frizz Kindervereinigung", berichtet der Bürgermeister. Auch zum Bau eines Spielplatzes unter finanzieller Beteiligung des Landkreises gibt es konkrete Gespräche zwischen der Stadt Seelow und der Wohnbaugesellschaft Sewoba. Dieser soll voraussichtlich im Sommer 2020 Am Stadion 1-15 gebaut werden und den Kindern, die die dortige Schule besuchen beziehungsweise dort wohnen, einen kindgerechten Ort zum Spielen bieten.

Nachdem sich nach einem Jahr alle an die neue Situation gewöhnt haben, möchte Eva-Maria Henckel die Am Stadion lebenden Menschen zusammenbringen und ein Nachbarschaftsfest organisieren: "Integration kann dauerhaft nur gelingen, wenn sich Menschen unterschiedlicher Herkunft begegnen und austauschen können. Was könnte da besser sein als ein gemeinsames Fest?", so die Bereichsleiterin des IB.

Flüchtlingshilfe beim IB

Der Internationale Bund (IB) ist bundesweit einer der großen Sozialträger im Bereich Flüchtlingshilfe. In den Bundesländern Berlin und Brandenburg betreibt die IB Berlin-Brandenburg gGmbH insgesamt 32 Unterkünfte für Geflüchtete und betreut in ihren Einrichtungen rund 4.000 Menschen. Die Unterbringung geflüchteter Menschen erfolgt beim IB gemäß intern bindender Qualitätsstandards und Richtlinien: "Im Bereich der Flüchtlingshilfe handeln wir gemäß unseren Leitlinien, in denen unter anderem steht, dass jeder Mensch ein Recht auf eine menschenwürdige Unterkunft hat, in der seine Privatsphäre gewahrt und persönliche Sicherheit gewährleistet wird“, sagt Niels Spellbrink, Geschäftsführer der IB Berlin-Brandenburg gGmbH.

Ansprechpartnerinnen beim IB

Eva-Maria Henckel, Bereichsleiterin Flüchtlingshilfe Landkreis Märkisch-Oderland
Telefon: 0171 5612024, E-Mail: eva-maria.henckel@ib.de
Michaela Theurer, Regionalleiterin der IB-Region Brandenburg Nordost
Telefon: 03342 2538-77, E-Mail: michaela.theurer@ib.de
 


IB - Anja Meyer
Anja Meyer
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