Bilder leiten Menschen - Projektauftakt für mehr Demokratie

Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus begegnen uns im Alltag überall und immer wieder, völlig unabhängig vom gesellschaftlichen Status und den kulturellen oder religiösen Hintergründen der Menschen. Das erleben auch viele Mitarbeiter*innen des IB, denn sie arbeiten mit unterschiedlichen Menschen in ebenso unterschiedlichen Lebenssituationen.


Von Anja Meyer

In ihrer täglichen Arbeit werden sie zunehmend mit diskriminierenden und rassistischen, aber auch extremistischen und homophoben Situationen konfrontiert. Die Fragen, die sich dabei regelmäßig stellen: Wie können wir im Alltag damit umgehen? Wie kommen wir ins Gespräch? Wie finden wir die passenden Antworten und Argumente? Um sich mit diesen Fragestellungen intensiver auseinanderzusetzen und Lösungen für die jeweilige Praxisarbeit zu finden, fiel für die Mitarbeiter*innen der Region Berlin Mitte am 19. April 2018 der Startschuss für das Jahresprojekt „Demokratie und Menschenwürde im Alltag“.

Die Auftaktveranstaltung, die unter dem Motto „Bilder Leiten Menschen“ stand, bot in einem Vortrag über Vielfalt, Antidiskriminierung, Respekt und Inklusion neue Impulse und Anregungen. In den anschließenden Workshops begaben sich die Teilnehmer*innen zunächst in die Rollen verschiedener Personengruppen, zum Beispiel Arbeitslose, Geflüchtete, Behinderte, Touristen, Politiker, Wohnungslose, Kinder oder Schwangere. Im Umgang miteinander wurde schnell deutlich, wie stark das eigene Verhalten von Stereotypen und Vorurteilen geprägt ist. Basierend auf diesen Erkenntnissen erarbeiteten die einzelnen Teams im Anschluss gemeinsam ihre Themenschwerpunkte für die künftigen Workshops und Fortbildungen.

Inhaltlich berät den IB Berlin-Brandenburg das Mobile Beratungsteam (MBT), das vom Berliner Landesprogramm „Demokratie. Vielfalt. Respekt. Gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ gefördert wird. „In vielen Gesprächen mit den Mitarbeitenden zeigte sich der Bedarf nach geeigneten Fortbildungen zu diesen Themen“, begründet Regionalleiter Michael Pintz die Umsetzung des Projektes und die Zusammenarbeit mit dem MBT. „Uns war die Arbeit mit Profis wichtig. Mit dem MBT haben wir Experten aus unterschiedlichen Bereichen an unserer Seite, die unsere Sozialpädagogen*Sozialpädagoginnen, Sozialarbeiter*innen, Erzieher*innen und Lehrer*innen ein Jahr lang begleiten und unterstützen werden.“

Ziel des Projektes ist, den Mitarbeiter*innen mehr Handlungssicherheit im Alltag zu geben und Argumentationshilfen in Konfliktsituationen anzubieten. Michael Pintz wünscht sich außerdem ein höheres Bewusstsein für die politische Bildung der Teilnehmer und mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander: „Als IB haben wir den Auftrag, der politischen Bildung als Querschnittsaufgabe nachzukommen. Das gilt vor allem in der Arbeit mit jungen Menschen, aber natürlich auch im Umgang mit allen Klienten.“

Nach dem Projektauftakt folgen nun die Beratungstermine mit dem MBT, in denen die Mitarbeitenden selbst Schwerpunkte setzen können. Zum Projektende im nächsten Jahr ist eine Abschlussveranstaltung geplant. Dann werden alle Mitarbeitenden von ihren Erfahrungen und den konkreten Veränderungen in ihren Arbeitsbereichen berichten. Auch nach Abschluss des Projektes hofft Michael Pintz auf eine Fortsetzung: „Die weitere Zusammenarbeit mit dem mobilen Beratungsteam ist denkbar und von unserer Seite gewünscht, um die Mitarbeiter*innen in ihrer täglichen Arbeit weiterhin zu unterstützen.“